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wilhelm_bauer_und_der_u-boot-antrieb

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wilhelm_bauer_und_der_u-boot-antrieb [2025/09/10 21:44] – [Bauer und das erste deutsche U-Boot] klausmwilhelm_bauer_und_der_u-boot-antrieb [2026/07/06 23:00] (aktuell) klausm
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 ===== Bauer und das erste deutsche U-Boot ===== ===== Bauer und das erste deutsche U-Boot =====
  
-{{ :bild_vom_schild_bauer_.jpg?400}}Der Aufenthalt des U-Boot Entwicklers Wilhelm Bauer in Zweibrücken bei der Dingler’schen Maschinenfabrik wurde um das Jahr 1939 am Werkseingang der Fabrik mit einer Bronzetafel angezeigt, die auf diesen Aufenthalt hinwies((+{{ :bild_vom_schild_bauer_.jpg?400}}Der Aufenthalt des U-Boot Entwicklers Wilhelm Bauer in Zweibrücken bei der Dingler’schen Maschinenfabrik wurde um das Jahr 1939 am Werkseingang der Fabrik mit einer Bronzetafel angezeigt((
 Hans Ludwig, //Die Industrialisierung Zweibrückens „Die Dinglerwerke“: Zweibrücken (Pfalz), Bierbach (Saar), Ilsenburg (Harz) und Polysius (Sachsen-Anhalt); ein Stück deutscher Industriegeschichte; die historische Aufarbeitung der Industriestadt Zweibrücken ... nicht nur Rosen und Rosse//, (Ludwig, 1992), S.192. Hans Ludwig, //Die Industrialisierung Zweibrückens „Die Dinglerwerke“: Zweibrücken (Pfalz), Bierbach (Saar), Ilsenburg (Harz) und Polysius (Sachsen-Anhalt); ein Stück deutscher Industriegeschichte; die historische Aufarbeitung der Industriestadt Zweibrücken ... nicht nur Rosen und Rosse//, (Ludwig, 1992), S.192.
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 Allerdings war Bauer nicht dort um ein U-Boot zu bauen, wie es in Zweibrücken teilweise kolportiert wird - eine urbane Legende – aber warum kam er nach Zweibrücken? Allerdings war Bauer nicht dort um ein U-Boot zu bauen, wie es in Zweibrücken teilweise kolportiert wird - eine urbane Legende – aber warum kam er nach Zweibrücken?
  
-Bauer hatte bereits 1850 - deutlich vor dem Aufenthalt in Zweibrücken - sein U-Boot „Brandtaucher“ zugleich das erste deutsche U-Boot in Kiel erprobt. Danach geht er zurück nach München und entwickelt ab 1852 das Nachfolgemodell „Küstenbrander“, der 1855/1856 in Russland gebaut wird.+Bauer hatte bereits 1850 - deutlich vor dem Aufenthalt in Zweibrücken - sein U-Boot „Brandtaucher“zugleich das erste deutsche U-Bootin Kiel erprobt. Danach geht er zurück nach München und entwickelt ab 1852 das Nachfolgemodell „Küstenbrander“, der 1855/1856 in Russland gebaut wird.
  
 Bauer ist besessen von der Idee des Unterseebootes und arbeitet vom 22.10.1867 bis zum Juli 1868 zusammen mit den Ingenieuren der Dingler’schen Maschinenfabrik in Zweibrücken an einem U-Boot-Antrieb. In einem Artikel in der „Rheinpfalz“ ist diese Episode beschrieben(( Bauer ist besessen von der Idee des Unterseebootes und arbeitet vom 22.10.1867 bis zum Juli 1868 zusammen mit den Ingenieuren der Dingler’schen Maschinenfabrik in Zweibrücken an einem U-Boot-Antrieb. In einem Artikel in der „Rheinpfalz“ ist diese Episode beschrieben((
 Rolf Schlicher, „Aufgetaucht in Zweibrücken“, //Die Rheinpfalz// (Ludwigshafen am Rhein), 13. April 2024 Rolf Schlicher, „Aufgetaucht in Zweibrücken“, //Die Rheinpfalz// (Ludwigshafen am Rhein), 13. April 2024
 )), der eigentliche Grund aber, warum er ausgerechnet die Dingler’sche Maschinenfabrik aufsucht und vor Allem um welche spezielle Maschine es sich bei dem Petroleummotor handelt, sind bisher nur wenig bekannt. )), der eigentliche Grund aber, warum er ausgerechnet die Dingler’sche Maschinenfabrik aufsucht und vor Allem um welche spezielle Maschine es sich bei dem Petroleummotor handelt, sind bisher nur wenig bekannt.
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 ===== Bauers U-Boot-Antriebe ===== ===== Bauers U-Boot-Antriebe =====
  
 {{ :wilhelm_bauer_brandtaucher_von_1850.jpeg?400}}Der Antrieb der Tauchboote erfolgte durch mit Menschenkraft betriebene Treträder (s. Bild(( {{ :wilhelm_bauer_brandtaucher_von_1850.jpeg?400}}Der Antrieb der Tauchboote erfolgte durch mit Menschenkraft betriebene Treträder (s. Bild((
-By Unknown author - Unknown source, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=34007600+By Unknown author - Unknown source, Public Domain, [[https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=34007600]]
 ))), ein Antrieb der für die angestrebten Geschwindigkeiten über und unter Wasser unzureichend war. Bauer sucht einen Antrieb der problemlos ein- und auszuschalten ist (kein Vorheizen wie bei der Dampfmaschine), der (anders als der Gasmotor von Lenoir) nicht sehr heiß wird, sowie alle Betriebsstoffe (Kraftstoff und Sauerstoff) auch bei Tauchfahrt mitführen kann. ))), ein Antrieb der für die angestrebten Geschwindigkeiten über und unter Wasser unzureichend war. Bauer sucht einen Antrieb der problemlos ein- und auszuschalten ist (kein Vorheizen wie bei der Dampfmaschine), der (anders als der Gasmotor von Lenoir) nicht sehr heiß wird, sowie alle Betriebsstoffe (Kraftstoff und Sauerstoff) auch bei Tauchfahrt mitführen kann.
  
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 Bauer wird durch Vermittlung Dritter mit der Dingler’schen Maschinenfabrik in Zweibrücken in Kontakt gebracht(( Bauer wird durch Vermittlung Dritter mit der Dingler’schen Maschinenfabrik in Zweibrücken in Kontakt gebracht((
 Ludwig, //a.a.O., //S.194 Ludwig, //a.a.O., //S.194
-)). Die Maschinenfabrik ist zu dieser Zeit die erste Adresse für Dampfmaschinen und die Dampfmaschine steht für die allmähliche kontrollierte Entwicklung gewaltiger Pferdestärken; vermutlich hat sich Bauer in diesem Umfeld wohler gefühlt als bei den Herstellern von Explosionskolbenmaschinen (Verbrennungskraftmaschinen).+)). Die Maschinenfabrik ist zu dieser Zeit die erste Adresse für Dampfmaschinen und die Dampfmaschine steht für die allmähliche und kontrollierte Entfaltung gewaltiger Pferdestärken; vermutlich hat sich Bauer in diesem Umfeld wohler gefühlt als bei den Herstellern von Explosionskolbenmaschinen (Verbrennungskraftmaschinen).
  
 Bauer wird in Zweibrücken herzlich willkommen geheißen und berichtet schon bald über seine Erfahrungen, so heißt es im Zweibrücker Wochenblatt vom 24. Oktober 1867 in der Rubrik Verschiedenes: “Zweibrücken, 22. Okt. Der berühmte Marine-Ingenieur Bauer ist heute dahier eingetroffen, um, wie wir hören, sich mit der Dingler’schen Maschinenfabrik behufs Erbauung eines Motors zu seiner neuesten Erfindung, Panzerschiffe unter dem Wasserspiegel zu beschießen, in’s Benehmen zu setzen.” Der Gewerbeverein Zweibrücken lädt am 17.11.1867 ein: „… Herr Submarine-Ingenieur Bauer wird nächsten Dienstag den 19. ds. Mts., Abends 8 Uhr, im Sommerlokale des Herrn Bierbrauer Diehl einen Vortrag halten. Zu recht zahlreichem Besuche werden alle Mitglieder und Freunde des Vereins hiemit eingeladen.“ Bauer wird in Zweibrücken herzlich willkommen geheißen und berichtet schon bald über seine Erfahrungen, so heißt es im Zweibrücker Wochenblatt vom 24. Oktober 1867 in der Rubrik Verschiedenes: “Zweibrücken, 22. Okt. Der berühmte Marine-Ingenieur Bauer ist heute dahier eingetroffen, um, wie wir hören, sich mit der Dingler’schen Maschinenfabrik behufs Erbauung eines Motors zu seiner neuesten Erfindung, Panzerschiffe unter dem Wasserspiegel zu beschießen, in’s Benehmen zu setzen.” Der Gewerbeverein Zweibrücken lädt am 17.11.1867 ein: „… Herr Submarine-Ingenieur Bauer wird nächsten Dienstag den 19. ds. Mts., Abends 8 Uhr, im Sommerlokale des Herrn Bierbrauer Diehl einen Vortrag halten. Zu recht zahlreichem Besuche werden alle Mitglieder und Freunde des Vereins hiemit eingeladen.“
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 Auf jeden Fall sind für den Petroleummotor weitere Versuche, Zeit und Geldmittel notwendig. Es liegt nahe, dass eine gewisse „Inkompatibilität“ zwischen dem zeitweise sprunghaften Erfinder Bauer, der permanent viele neue Ideen produzierte, und den methodisch vorgehenden Ingenieuren der Dingler’schen Maschinenfabrik bestand. Auf jeden Fall sind für den Petroleummotor weitere Versuche, Zeit und Geldmittel notwendig. Es liegt nahe, dass eine gewisse „Inkompatibilität“ zwischen dem zeitweise sprunghaften Erfinder Bauer, der permanent viele neue Ideen produzierte, und den methodisch vorgehenden Ingenieuren der Dingler’schen Maschinenfabrik bestand.
  
-Die Möglichkeit einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit Bauer zur Überwindung der noch bestehenden technischen Probleme wurde offensichtlich von der Geschäftsleitung der Maschinenfabrik als gering eingeschätzt. Zu gering um weitere Geldmittel und Zeit zu investieren, so kam das Projekt im Juli 1868 ziemlich abrupt zu seinem Ende und Bauer verlässt Zweibrücken.+Die Möglichkeit einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit Bauer zur Überwindung der noch bestehenden technischen Probleme wurde offensichtlich von der Geschäftsleitung der Maschinenfabrik als gering eingeschätzt. Zu geringum weitere Geldmittel und Zeit zu investieren, so kam das Projekt im Juli 1868 ziemlich abrupt zu seinem Ende und Bauer verlässt Zweibrücken.
  
-{{ :u-boot-modell_zweibruecken_01.jpg?400}}Auch wenn Wilhelm Bauer für 9 Monate bei der Dingler'schen Maschinenfabrik in Zweibrücken gearbeitet hat, ein neues Unterseeboot ist in der Zeit nicht entstanden (das Bild zeigt ein Modell des Brandtauchers von 1850, das am Schwarzbach in Zweibrücken aufgestellt ist((+{{ :u-boot-modell_zweibruecken_01.jpg?400}}Auch wenn Wilhelm Bauer für 9 Monate bei der Dingler'schen Maschinenfabrik in Zweibrücken gearbeitet hat, ein neues Unterseeboot ist in der Zeit nicht entstanden. Das Bild zeigt ein Modell des Kieler Brandtauchers von 1850, das am Schwarzbach in Zweibrücken aufgestellt ist((
 By Immanuel Giel - Own work, CC BY-SA 4.0, [[https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=68509079]] By Immanuel Giel - Own work, CC BY-SA 4.0, [[https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=68509079]]
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wilhelm_bauer_und_der_u-boot-antrieb.1757533495.txt.gz · Zuletzt geändert: 2025/09/10 21:44 von klausm

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